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Umbau Tagebuch

Tagebuch PÖL-Umbau 190d

Als mein alter (sich mittlerweile amortisierter) Audi 80 1.8S (B3, BJ 1991, ca. 270T km) mehr oder weniger durch den 190d (w201, BJ 1992, ca. 180T km) von meinem Schwiegervater abgelöst wurde, stellte sich für mich die Frage, wie ich das Teil für den PÖL-Betrieb umbauen kann.

Also erstmal im Internet recherchiert, was das Zeug hält und dann nach 14 Tagen lesen der Foren und Umbauseiten den Entschluss für den Umbau gefasst.

Als erstes habe ich mal angefangen dem Diesel etwas PÖL beizumischen und zu schauen, was den so alles passiert. Dabei habe ich von Tankfüllung zu Tankfüllung den PÖL-Anteil immer um 25% erhöht. Bei knapp 95% PÖL-Anteil ohne Umbau hat sich dann erwartungsgemäß die Dichtung der Druckventilhalter der ESP endgültig verabschiedet. Die waren vorher schon ein klein wenig undicht :-) Zusätzlich hat der Stopfen der Leckölleitung auf der Letzen Düse sein zeitliches gesegnet, was eine rießen Sauerrei im Motorraum hinterließ.

Also musste ich jetzt mir endlich Gedanken über den Umbau zum 1-Tank-System machen, da aus den defekten Dichtungen der ESP doch einiges an PÖL aus lief.

Die Phasen im einzelnen

12.05.2008 bei 180.780 km

Das Auto geht in unseren Besitz über und wird erstmal knapp 1800 km nur mit Diesel gefahren

30.05.2008 bei 182.603 km

Mal schauen, wie sich das Schiff mit knapp 25% PÖL-Anteil fährt :-)

20.06.2008 bei 184.412 km

Nach weiteren 1800 km ist der PÖL-Anteil bei knapp 90%. Bisher ist nur ein leichter Film auf dem Kopf der ESP zu entdecken. Ansonsten gibt es beim Fahren keine Beeinträchtigungen.

30.06.2008 bei 185.529 km

Daheim in der Hofeinfahrt recht viel Siefe auf dem Boben unter dem Wagen entdeckt. Sieht recht ölig und dreckig aus. Panik! Was ist kaput gegangen? Auf der ESP ist nachwievor etwas PÖL zu sehen, aber nicht die Mengen, die einen solchen Fleck erklären.

Nach ein wenig im Motor rumsuchen habe ich den defekten Stöpsel der Leckölleitung an der letzten Einspritzdüse entdeckt. Dadurch lief doch recht viel PÖL am Motor runter und dabei ging einiges an Öldreck mit ab. Daher die dreckigen Ölflecken.

Nachdem der Stöpsel gegen einen neuen ausgetauscht wurde, legten sich die öligen Dreckabsonderungen unter dem Fahzeug - puh! Glück gehabt.

04. - 05.07.2008 bei 185.529 km

Nach ca. 3000 km mit immer wieder erhötem PÖL-Anteil im Diesel fuhr ich am Schluss vorm Umbau mit knapp 90 - 95% PÖL-Anteil. Bis auf die erwartete Undichtigkeit der Druckventilhalter der ESP gab es keine Probleme mit dem Motor.

am 4. Juli habe ich dann den Förderbegin der ESP bei einer Werkstatt vor verlegen lassen. Kurioserweise war der alte Beginn bei 17° und nicht wie erwartet auf 15°. Da ich die Option offen lassen möchte, auch im Notfall mit reinem Diesel zu fahren, wurde der Förderbeginn nur auf 12° gestellt. Für den 100% PÖL-Betrieb kann man wohl auch gefahrlos 10° einstellen lassen - allerdings nagelt dann der Wagen bei Diesel merklich (siehe PÖL-Umbau 190d von Harald König).

Nachdem der Förderbegin umgestellt wurde erkannte ich fast das Schiff nicht mehr: Wow, kann ein so alter Diesel ruhig und rund laufen - lautes Nageln - was ist das?! :-D

Am 5. Juli legte ich dann mit dem restlichen Umbau in der "eigenen" Garage mit Grube los:

  • Abdichten der Druckventilhalter der ESP (nach der Anleitung von Harald König)
  • Ersetzen der alten Kraftstoffleitung gegen eine Leitung mit 10 mm Innendurchmesser
  • Entfernen des Tanksiebs beim Tankauslass (was für eine Sauerrei)
  • Einbau des Wärmetauschers (am Kühlwassersystem) für das PÖL-Vorheizen.
  • Viel Sauerrei beim Ablassen des PÖLs im Tank und dem Kühlwasser machen. Wie gut dass man reichlich Ölbinder im Haus hat - da freut sich der Bauhof :-|
  • Ölwanne, Getriebekasten usw. genau anschauen, wenn man eh schon unter dem Auto rumhängt

Nach ca. 11h war es dann soweit: Der Wagen startet einwandfrei und es sind keine Schrauben übrig geblieben. Der letzte Punkt wundert mich nach wie vor - normalerweise muss da immer mind. eine Schraube übrig bleiben ;-)

Bilder vom Umbau gibt es hier. Eine Liste mit dem gekauften Material und die ungefähren Kosten ist hier zu finden.

1. November 2008 bei 194.942 km

Heute war es dann soweit: Es gibt neue Einspritzdüsen (ESD) mit entsprechendem Düsenhalter (135 bar Öffnungsdruck), da die alten Düsen schon über 190.000 km auf dem Buckel haben und man die eh so alle 200.000km tauschen sollte. Mittlerweile startet der 190er auch nicht mehr mit nur einmal Vorglühen bei knapp 3°C am Morgen - ob das mit den neuen Düsen dann besser ist, sehen wir dann :-D

Bei Monopoel.de gibt's die zum 190er passenden Halter inkl. ESD (KCA27S55 plus DN0SD265) für ca. EUR 40,- pro Stück. Dazu kommen noch 4 neue Flammschutzscheiben (knapp EUR 2,--). Noch die passende Nuss für den KCA-Düsenhalter (ca. EUR 24,--) und ein knapper Meter Leckölleitung (EUR 4,--).

Material: EUR 166,--
Werkzeug: EUR 24,--

Summe: EUR 190,-- und knapp 1,5h Arbeitszeit.

Der Austausch der kompletten Düsenhalter mir Düsen ging recht problemlos - OK, da sind so kleine Plastikteile im Einschraubbereich der Düsenhalter... eine ist davon etwas zerbröselt (glücklicherweise konnten alle Teile aus der Vorkammer herausgefischt werden :-) ). Nunja, da ich keine Ersatzteile davon hatte, mussten die halt wieder so mit rein. Scheint ein Schmutzschutz zu sein und das Auto läuft noch. Hier muss man auf jeden Fall etwas vorsichtig sein oder besser gleich neue mit einbauen.

10. Januar 2009 bei 199.000 km

Kleine Bilanz mit 100% PÖL-Fahren nach ca. 10.000 km:

  • Erster Ölwechsel mit 100% PÖL: Alles einwandfrei - das alte Öl wieß keinen Unterschied zum Dieselbetrieb auf. Tiefste Temperatur vor dem Ölwechsel: -15°C über einige Tage.
  • Tiefste Temperatur: -15°C - das Auto stand 3 Tage unbewegt draußen. Ohne zweimal komplett durchglühen (solange bis das Vorglührelais abfällt), springt der Wagen mit 100% PÖL nicht mehr an ohne beim Starten Gas zu geben. Wenn man sich allerdings das PÖL bei -15°C betrachtet verwundet das einen nicht wirklich :-) Hierbei muss man auch solange Gas geben, bis der Motor rund läuft (sind knapp 3-5sec.), sonst geht er wieder aus. Hier reicht die Pumpenleistung im Leerlauf nicht aus um das zähe ÖL zu transportieren.
  • So ab -10°C Dauertieftemperatur merkt man schon, dass durch das "zähe" ÖL die Leistung etwas schlechter wird. Stört aber nicht wirklich - braucht man halt etwas länger um auf 100km/h zu beschleunigen (normal 25sec - bei eiseskälte 35-40 sec). Sobald der Wärmetauscher seine volle Leistung erreicht hat (also das Auto richtig warm ist), merkt man davon auch nichts mehr. Vollgasfahren mit 100% PÖL wenn's zäh und der Motor noch kalt ist, ist eh keine gute Idee - außer man möchte unbedingt eine neue ESP und PÖL-Eintritt ins Motoröl erreichen.
  • Ich glühe ab -2°C zweimal normal vor und gebe dann ein klein wenig Gas beim Anlassen. Damit springt der Wagen ohne Probleme an und läuft nach dem Start rund.
  • bei ca. -8°C glühe ich einmal komplett vor und danach noch einmal normal. Anlassen mit etwas Gas geben und beim Start treten keine Probleme auf.

22. Aug. 2009 bei 214.802 km

Nach ca. 25.000km mit 100% ist immer noch alles OK. Allerdings ist eine der 4 neuen Einspritzdüsen minimal undicht (zwischen Halter-Obert- und dem Unterteil). Diese ESD wird die Tage noch gereinigt und bekommt eine neues Druckstück. Allerdings wirkt sich das bisher nicht auf die Fahrleistung etc. aus, sondern ist eher eine "Schönheitskorrektur" :-).

Der 2. Ölwechsel im PÖL-Zeitalter hat diesmal auch erst nach 15.000 km statt gefunden. Das gebrauchte Öl war einwandfrei - d.h. wohl, dass mein Moter noch in einem guten Zustand für sein alter ist.

04. Sep. 2009 bei ca. 215.000 km

Ich war mal wieder in Bastelstimmung: Heute endlich die Sog-/Druckanzeige verbaut!

Die ersten 2 - 3 mal musste ich beim Starten des Motors recht lange orgeln und Gas geben, bis die Kiste weider rund lief. Lag an der Luft, die durch den Einbau der Messleitung in die Verbindung Kraftstofffilter und ESP, in das System gelangte. Nachdem sich das ganze "neue" System mit PÖL gefüllt hatte, war das Thema auch erledigt.

Da die Messleitung zwischen Filter und ESP rein kam, zeigt die Anzeige den Vordruck an, der durch die Vörderpumpe im OM-Motor (Wirbelkammer) erzeugt wird. Dieser Vordruck sollte mind. 0,5 bar betragen. Aktuell wird bei mir ein Vordruck von 0,7 - 0,8 bar angezeigt. Mal schauen, wie dieser bei einem neuen Kraftstofffilter ist - der aktuelle hat schon ein paar Tausend Kilomter hinter sich.

Da ich eh am Schrauben war, gleich die etwas undichte ESD ausgebaut und mich am Druckstück-Austausch versucht. Ging natürlich in die Hose!

Beim Zusammenbau der ESD hat sich etwas verkannte, das ich erst nach dem Einbau festgestellt hatte - nachdem nach dem Starten die Kiste total unruhig lief und der Anzug sehr schlecht war. Also die Düse rausgeschraubt. Diese war erstmal total mit PÖL versieft!

Nach dem ich die Düse auseinander genommen hatte, bot sich mir ein übler Anblick: Das Druckstück war verranzt, der Stift an der Nadel abgebrochen. Super :-|

Als Ersatz kam erstmal eine der alten Düsen rein, damit ich wenigstens wieder auf die Arbeit fahren kann. Der Moter läuft damit soweit OK.

24. Juni 2011 bei 266.333 km

Der jähe Tod kam durch einen Betonleitplanke, die den kleinen in einen 100% Totalschaden verwandelt hat.

Damit endet die PÖL-Ära abrupt nach ca. 3 Jahren und 80.000 km passend zum leeren IBC-Tank.

ToDo:

  • Thermostat und Kontrollleuchte verbauen, um signalisiert zu bekommen, ob der WT warm genug ist
  • Isolieren des Wärmetauschers für den Winterbetrieb (hier bin ich noch auf der Suche nach Isoliermaterial, dass schwer entflammbar ist)
  • Einbau der Sog-/Druckanzeige um zu erkennen, ob der Kraftstofffilter getauscht werden muss
  • Je nach Zustand der Einspritzdüsen für den Winterbetrieb neue Düsen und Düsenhalter mit höheren Düsenöffnungsdruck verbauen (ca. EUR 200,- für alle inkl. Spezialnuss)
  • Austauschen der Leckölleitung und Leckölausgang der letzten Düse in den Kraftstoffrücklauf führen
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